Neue Auswertung bestätigt grausamen Trend: Illegaler Heimtierhandel - Fall- und Tierzahlen wieder gestiegen
05. Mai 2026
Der illegale Heimtierhandel bleibt ein gravierendes Problem. Laut einer aktuellen Auswertung des Deutschen Tierschutzbundes wurden im vergangenen Jahr 2025 mindestens 2.250 Tiere in 257 Fällen entdeckt. In den meisten Fällen wurden Hunde illegal gehandelt. Die tatsächliche Zahl dürfte jedoch weitaus höher liegen, da viele Fälle unentdeckt bleiben. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Anzahl an Fällen sowie die Anzahl illegal gehandelter Tiere wieder gestiegen - und damit auch das Leid der Tiere, die oft unter tierschutzwidrigsten Bedingungen gezüchtet und häufig viel zu jung und damit illegal transportiert werden.
„Der skrupellose Handel mit Hunden und Katzen geht unaufhörlich weiter. Nach den Rekordzahlen während der Coronapandemie und einem Rückgang nach der Pandemie beobachten wir aktuell wieder eine steigende Tendenz. Zudem werden auch viele Wildtiere verschiedenster Arten illegal transportiert“, erklärt Dr. Romy Zeller, Fachreferentin für Heimtiere beim Deutschen Tierschutzbund. Der Verband fordert ein Verbot des Onlinehandels mit Tieren, zumindest aber strengere gesetzliche Vorgaben. So sollten etwa Händler ihre Identität nachweisen müssen und Portalbetreiber Anzeigen vor ihrer Freischaltung prüfen. Eine EU-weit verpflichtende Kennzeichnung und Registrierung von Hunden und Katzen, durch die sich die Herkunft der Tiere besser rückverfolgen lässt, wurde jüngst vom EU-Parlament im Rahmen der Verordnung zum Wohlergehen von Hunden und Katzen und deren Rückverfolgbarkeit beschlossen und vom Deutschen Tierschutzbund als wichtige Maßnahme im Kampf gegen den Welpenhandel bewertet.
Rassetiere besonders im Fokus
Bei den 598 Hunden, die 2025 Opfer von illegalem Handel waren, handelte es sich häufig um Rassehunde wie Zwergspitze, Malteser oder Pudel. Neben den Hunden waren 56 Katzen und 1.596 Tiere anderer Arten – Landschildkröten, Vogelspinnen, Koikarpfen, verschiedene Vogelarten und Säugetiere wie sechs Affen, zwei Zebras, ein Serval und eine Antilope - vom illegalen Handel betroffen. Die meisten Fälle wurden in Bayern, Sachsen und Hamburg aufgedeckt. Die Tiere kamen überwiegend aus Rumänien und Bulgarien, wobei Rumänien bereits zum zehnten Mal in Folge häufigstes Herkunftsland war.
Belastung der Tierheime wächst weiter
Die ohnehin überfüllten Tierheime geraten durch den illegalen Handel auch an ihre finanziellen Grenzen. Weil die Tiere häufig schwer krank sind, entstehen den Tierheimen hohe Kosten für die intensive tiermedizinische Betreuung. Der Deutsche Tierschutzbund sieht die Bundesregierung in der Pflicht. Diese hatte in ihrem Koalitionsvertrag finanzielle Hilfen für Tierheime angekündigt, allerdings sind im Bundeshaushalt für 2026 keine Gelder für die Tierheime vorgesehen.